Maria Knotenlöserin (oben rechts) , das Original von Johann Georg Melchior Schmidtner, um 1700 (Öl auf Leinwand 182 × 110 cm) St. Peter am Perlach (Augsburg)
Maria Knotenlöserin (unten rechts), eine Kopie des Bildes im ehemaligen Arbeitszimmer von Papst Franziskus (†)
Maria Knotenlöserin (links) - „Our Lady Undoer of Knots“, im afrikanischen Stil, von dem malawischen Künstler Kappamula M.C. gemalt, „Maria Knotenlöserin“ in der Kirche „Our Lady Undoer of Knots“ in Lilongwe, Hauptstadt von Malawi (Süd-Ostafrika).

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… siehe, da erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf,
nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten.
Matthäus
2,13

Die christliche Weihnachtskrippe war den Ideologen der NS-Zeit ein „Dorn im Auge“. Erinnerte sie doch daran, dass in der Levante, in Bethlehem ein kleiner Jude als Erlöser geboren wurde.
Waldlandschaft mit Tiermotiven aus Holz oder Pappe, die unter dem Namen „Weihnachtsgärtlein“ beworben wurden sollten die christliche Krippe ersetzen.
Die Zurückdrängung der christlichen Weihnachtsbräuche aus dem offiziellen Sprachgebrauch war das Ziel der NAZIS.
Mutig hielt der Widerstandskämpfer Nikolaus Groß mit einer Bauanleitung für den Bau einer christlichen Weihnachtskrippe in der „Ketteler Wacht“ dagegen.
Die „Kettler Wacht wurde 1938 verboten. Nikolaus Groß vor 80 Jahren hingerichtet.


Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.
Während er noch darüber nachdachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. (Mt 1,19-20)


Ein Stolperstein im Pflaster vor dem Küsterhaus von St. Johann Baptist erinnert an die Opfer der Verfolgung. Aus dem Fenster des Hauses schauen zwei orthodoxe Juden.


In der Milieukrippe steht seit diesem Jahr eine Figur für Nikolaus Groß, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und NS-Opfer.
Vor 80 Jahren, am 23. Januar 1945 wurde er hingerichtet.
Der christliche Gewerkschafter und Politiker war eine führende Persönlichkeit der Katholischen Arbeiterbewegung und betätigte sich unter anderem im Kölner Kreis gegen den Nationalsozialismus.
Anders als die meisten schwieg er nicht, schwamm nicht mit dem Strom der Menge, sondern schrieb schon 1930 als Redakteur der Westdeutschen Arbeiterzeitung, dem Organ der KAB:
„Wir lehnen als katholische Arbeiter den Nationalsozialismus nicht nur aus
politischen und wirtschaftlichen Gründen, sondern entscheidend auch aus unserer religiösen und kulturellen Haltung entschieden und eindeutig
ab“.
Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären:
dem sollst du den Namen Jesus geben.
Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden.



Sie steht in Millionen Kirchen, Wohnzimmern und auf Weihnachtsmärkten. Sie ist aus Holz, Stoff, Ton und aus jedem anderen vorstellbaren Material, und sie hat immer die gleiche Basisbesetzung: Maria, Josef und das Jesuskind. In Köln aber sieht die Krippe in einer Kirche ganz anders aus: In St. Maria Lyskirchen gesellen sich zu den Hirten auch Flüchtlinge, Junkies, Obdachlose, Queere und Prostituierte. "Denn die Krippe ist für alle da", sagt Benjamin Marx. Die Geschichte seiner Milieukrippe erzählt er in den Sonntagsfragen. Am 17.12.2023 um 16:30 Uhr sendet das Erste "Lieder zum Advent" aus dieser Kirche. Die Sendung wird am 23.12.2023 um 16.15 Uhr im WDR-Fernsehen wiederholt.

Diese Figurensammlung macht sichtbar:
An der Krippe ist für alle Platz.
Dass sichtbar werden darf, was wir sonst so verallgemeinernd bekennen, dass Gott in Jesus FÜR ALLE Mensch wird.
Ermutige, ins Leben zu holen, was wir hier dargestellt finden: Deine grenzenlose Liebe, die Menschen jeder Couleur will und liebt: Weiblich, männlich oder beides, in jedem Fall Menschen, egal, ob sie in Lederklamotten daherkommen oder im Anzug, mit Dauerwelle oder kurzen Haaren. Wir alle sind Deine Geschöpfe, Werk deiner Hände; niemand steht über dem anderen. Hilf uns, der Liebe und der Vermenschlichung von uns Menschen all die Chancen zu geben, die das Leben liebevoller machen.
Pfr. Bernd Mönkebüscher
am 6.1.23 beim Einzug des “Mann aus der Mathiasstraße” in die Krippe

Vor der Kulisse des Kölner Hafenviertels der 1930er-Jahre mit seinen Matrosen und Packern, dem Priester und dem Polizisten, der Nonne mit dem Waisenkind, der Waschfrau und dem holländischen Heringsverkäufer spiegelt es neben lokalen Typen und Originalen zunehmend auch weniger populäre Aspekte und Reizthemen der Gegenwart. So sind neben dem einst ausgegrenzten jüdischen Apotheker auch authentische Persönlichkeiten der jüngsten Vergangenheit, wie ein eritreischer Flüchtling, ein Roma-Mädchen oder eine queere Persönlichkeit des heutigen Alltags zu finden.
Der regieführende Krippenbauer Benjamin Marx begreift mit der auf diese Weise Jahr für Jahr wachsenden und ihr Gesicht während der Zeit vom 1. Advent bis zum 2. Februar ändernden Krippe die Geburt Christi ausdrücklich nicht nur als Erinnerung an ein vergangenes Geschehen, sondern schlägt mit dieser weihnachtlichen Modelllandschaft Brücken in die Gegenwart.
Das Bayrische Nationalmuseum - München in seinem Begleitbuch zur aktuellen
Sonderausstellung Crazy Christmas WEIHNACHTSKRIPPE UND ZEITGEIST
Manch eine Krippe will über die szenische Vergegenwärtigung der Vergangenheit die Lebenswelt der Betrachter durchdringen und den Blick weiten für die „Anderen“ – allen voran die Krippe in der alten romanischen Schifferkirche St. Maria in Lyskirchen.
Nach und nach tauchten vor der kunstvoll gestalteten Kulisse des Kölner Rheinauhafens mit den Speicherhäusern und dem Malakoffturm allerlei Gestalten auf, „Lück wie Ich un Du“. Denn vornehm ging es in engen Gassen rund um Maria Lyskirchen niemals zu. „Rhingroller“ verdingten sich im Hafen als Tagelöhner. Rund um die Nächelsgasse befand sich bis zum Bau der Severinsbrücke 1956 Kölns größtes Rotlichtviertel. Ein Matrose musste also ebenso seinen Platz an der Krippe finden wie ein leichtes Mädchen. „Richtet nicht, dass ihr nicht gerichtet werdet“, heißt es im Evangelium.
Daniel Deckers
in der FAZ vom 22.12.2021

Die Milieukrippe in Sankt Maria in Lyskirchen ist derart außergewöhnlich, dass man sich die ganze Adventszeit dort einmieten möchte. Besonders jetzt in Corona-Zeiten, denn man wäre dort von vielen Menschen aus dem Viertel umgeben, ohne sich der geringsten Ansteckungsgefahr auszusetzen. Die verstorbene ehrenamtliche Küsterin ist da, ein Flüchtling aus Eritrea, ein Junkie aus der Notschlafstelle für obdachlose Drogen-abhängige, aber auch Frau Färber aus dem Veedel rund um die Kirche.
In diesem Jahr wurde aber, wie bereits im vergangenen, die große Szene aufgelöst. Jetzt stehen alle Püppchen, unter Wahrung des Sicherheitsabstandes im Kirchenraum verteilt, ein wenig auf verlorenem Posten wie wir Nicht-Püppchen ja auch. Zum Glück hat sich eine Impf-Schlange gebildet mit Menschen, die einen gelben Impfpass in der Hand halten und sich beim römischen Zahlmeister, der das große RKI-Register handschriftlich befüllt, registrieren lassen. Man sieht schon, in Lyskirchen gehen die Zeiten ein bisschen durcheinander, aber bei einer Sache versteht der Kurator Benjamin Marx keinen Spaß. Auch wenn für das Impfen geworben werden soll, heißt das nicht, dass jemand ausgeschlossen werden darf. "Im nördlichen Seitenschiff haben sich drei
Figuren in die Ecke gedrängt. Die symbolisieren die Querdenker", sagt Marx. "Menschen, die vielleicht Angst haben vor dem Impfen."
Die Süddeutsche Zeitung in ihrem „Streiflicht“ auf der Titelseite
vom 29.12.2021 zur „Stelen-Krippe“ während der Corona-Pandemie

Seit 20 Jahren wird die Krippe als Verkündigung der Advents- und Weihnachtszeit durch Herrn Benjamin Marx gestaltet, immer neu, immer verbindend mit aktuellen Fragen, die die Gesellschaft bewegen bzw. bewegen sollten, sie ist sein künstlerisches Werk.
Die Krippe von Maria Lyskirchen ist das Werk der Kunst und der wachen Wahrnehmung dessen, was aktuelle Verkündigungslage ist; die Krippe ist auch die spielerische Freude, diese Wahrnehmung und die Botschaft des Evangeliums zusammen zu bringen.
Schön, dass er selber Spaß daran findet, wenn ihm wieder etwas ganz Neues eingefallen ist – wie der im Schatten des Ereignisses taufende Johannes ...
Matthias Schnegg, langjähriger Pfarrer an Lyskirchen
zum 20-jährigen Krippenjubiläum im Advent 2018


Der Erlös der Schwimmkerzen kommt dem Aufbau, der Erweiterung der Milieukrippe sowie dem Notel, der Notschlafstelle für obdachtlose Drogenabhängige in Köln zu Gute. (www.notel-koeln.de)
Benjamin
Marx